Wiesenau-Lesung mit jungem Autor aus Rheineck
In der Aula des Wiesenau-Schulhauses in St. Margrethen lauschen die Unterstufen-Kinder gebannt der Geschichte, die Stephan Sigg ihnen vorliest. Der junge Rheinecker Autor versteht es, die Schülerinnen und Schüler zu packen mit seiner spannenden Detektiv-Geschichte. Es geht um zwei Kinder im gleichen Alter wie das Publikum der heutigen Lesung. Sie wollen den Dieb fangen, der in der Kirche schon mehrfach den Opferstock ausgeräumt hat. Und tatsächlich gelingt ihnen dies auch, der Täter wird schliesslich von den jungen Helden gefesselt und von der Polizei abgeführt. Die Zuhörerinnen und Zuhörer atmen erleichtert auf.
Nachdem Stephan Sigg bisher vor allem für Erwachsene geschrieben hat, ist vor kurzem sein erstes Kinderbuch erschienen. "Bühne frei für die Mini-Band" heisst es und befasst sich mit Ministranten un ihren witzigen Erlebnissen. Der junge Autor studiert Theologie und leitet selbst in seiner Heimat-Pfarrei die Ministranten.
Die klassische Lesung vom vergangenen Dienstag war ein ungewohntes Erlebnis für die Kindergarten- und Unterstufenkinder der Schule Wiesenau. Es war fast eine heilsame Erfahrung, wie sich die Lesung auf ein Minium an Reizen beschränkte. Stephan Sigg las vor und ermöglichte es dadurch den Kindern, ihre eigenen inneren Bilder zur Geschichte entstehen zu lassen. Es gab keine Illustrationen, keine Multimedia-Schau, keinen Klamauk - sondern es gab die Geschichten fürs Ohr, vorgetragen vom Autor, dessen Begeisterung für seine selbst geschaffenen Figuren deutlich spürbar war. Die Kinder erlebten ein Buch auf neue Weise - sie lernten den Menschen dahinter kennen und so bekam das Medium Buch plötzlich eine zusätzliche Dimension.
Für Stephan Sigg war es in St. Margrethen das erste Mal überhaupt, dass er aus seinem neuen Buch öffentlich vorlas. Bei einer solchen Premiere ist er immer sehr gespannt, wie die Kinder auf die Geschichte reagieren. "Es gibt immer ein direktes Feedback", so Sigg, "die Reaktionen der Kinder interessieren mich sehr." Besonders erfreut war er über die engagierte Teilnahme des Publikums. Die Kinder stellten interessierte Fragen, etwa wie Stephan Sigg zum Schreiben gekommen sei. "Ein Ziel meiner Lesungen ist es immer, die Kinder zum Lesen zu motivieren", erklärt der junge Autor. Das ist ihm mit seinem Besuch in St. Margrethen bestimmt gelungen.
(Rheintaler Volkszeitung, 27.10.05)